Kunst und √Ėffentlichkeit

Kunst und √Ėffentlichkeit

Jeder K√ľnstler m√∂chte sein Werk der √Ėffentlichkeit pr√§sentieren. Dazu gibt es die Galerien, die eine Art Vorselektion betreiben, indem sie dar√ľber entscheiden, ob ein K√ľnstler ausstellungsw√ľrdig ist. Es gibt zweifellos Qualit√§tsunterschiede, aber die Auswahl ist stets subjektiv. Gleichg√ľltig was sogenannte Experten sagen, K√ľnstler k√∂nnen sich damit tr√∂sten, dass jedes Urteil √ľber Kunst von der Zeit angeknabbert oder gar vernichtet wird. Man muss gar nicht die Verdammung der Impressionisten durch zeitgen√∂ssische Kunstkritiker und Galeristen¬† heranziehen, um festzustellen, dass es immer wieder Fehlurteile gab und gibt. Also haben wir l√§ngst aufgeh√∂rt b√ľrgerlich-kunstakademische Qualit√§tsanspr√ľche zu formulieren, heute beherrscht die Idee, die Konzeption, die Kunst.

Ein in der Ecke vor sich hin rostendes Fahrrad wird in dem Moment zum Kunstwerk, in dem ein bekannter K√ľnstler einen BH daran h√§ngt und es zum Kunstwerk erkl√§rt, und ein Galerist dieses Kunstwerk mit gewagter Preisangabe ausstellt und einem reichen Sammler verkauft. Parodie? Ich kritisiere das gar nicht, denn die Kunst ist frei und jeder darf f√ľr Kunst halten was er will und entsprechend daf√ľr bezahlen. Es mag zuweilen bl√∂dsinnig aussehen, doch es ist v√∂llig in Ordnung, denn es gilt f√ľr elle Beteiligten. Kein K√ľnstler braucht sich heute noch des Dilletantismus beschuldigen lassen, denn f√ľr alles gibt es Richtungsbezeichnungen.

Tats√§chlich ist die Wertigkeit von Kunst heute immer mehr vom Preis bestimmt, was teuer ist, das ist erfolgreich, also auch wertvoll und vice versa. Zwar wei√ü fast jeder, dass das Unsinn ist, aber der Zug der Lemminge ist nicht aufzuhalten. Das Motto darf getrost lauten – gr√∂√üer, lauter, teurer, holt Euch auch ein St√ľck vom Kunstmarktkuchen.

Was tun? Nicht jammern! Angreifen!

Die Segel setzen und modernes Marketing anwenden. So wie in anderen Bereichen der Wirtschaft, spielt heute das Internet auch in der Kunst eine immer gr√∂√üere Rolle. Der Vorteil f√ľr die K√ľnstler, die Galerien k√∂nnen das Erscheinen eines K√ľnstlers und den direkten Verkauf seiner Bilder nicht verhindern. Also schwimmen sie mit und legen sich ebenfalls Online-Shops zu, manche verzichten sogar ganz auf ihre teuren Gesch√§ftsr√§ume und verfrachten ihre Galerie komplett ins Internet. Auktionsh√§user bieten heute vom billigen Kunstdruck bis zum Millionen teuren Gem√§lde alles auch online an, nat√ľrlich weltweit.

Auch f√ľr die K√§ufer ist es vorteilhaft, die virtuellen Galerien und Online-Shops sind 24 Stunden ge√∂ffnet, sozusagen eine Dauervernissage. Das Internet demokratisiert und globalisiert die Vermarktung der Kunst. K√ľnstler und Kunstfreunde kommen rascher direkt in Kontakt, und das ist gut so!

Edel-Galerien spielen sicher in der Luxus-Liga weiter eine bedeutende Rolle, im Bereich der „Emerging Artists“ verlieren sie jedoch an Boden.

(Ausz√ľge einer Ansprache von BPB, 2016)

PS: Nat√ľrlich k√∂nnen Sie auch bei mir jedes Werk direkt online kaufen. Nehmen Sie Kontakt auf!